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Einmal zum Nordkap und zurück

7. Februar 2016

von Marie-Theres Böger

FÜRTH AM BERG „Universität Heidelberg hier, herzlichen Glückwunsch, Sie sind dabei!“, ich konnte mein Glück kaum fassen, als ich Anfang April diesen Anruf erhielt. Ich war tatsächlich eine von 18 Schülern und Schülerinnen aus ganz Deutschland, die mit auf die Forschungsexpedition zum Nordkap durften. Die nächsten zwei Wochen wurden stressig: Ich hatte Sponsoren für meine Reise zu finden! Diese Aufgabe wurde zur Zerreißprobe, jeder Blick in meinen E-Mail-Posteingang löste entweder überschwängliche Freude oder Enttäuschung aus. Doch die Mühe hatte sich gelohnt, unter anderem die Federnfabrik Dietz unterstützte mich finanziell. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Schließlich kam der erste Sonntag im Mai, ich war ein einziges Nervenbündel, als ich am Institut für Jugendmanagement in Heidelberg auf die anderen 17 Jugendliche und die beiden Expeditionsleiter traf, mit denen ich die kommenden zwei Wochen verbringen sollte. In diesem Moment wusste ich noch nicht, dass ich unter diesen Menschen engste Freunde finden und wir mit Tränen auseinander gehen würden.

Bis in die Nacht wurden damals die Ziele der Forschungsexpedition und die Bereiche, in denen geforscht werden sollte (Menschen, Kultur und Sprache; Seen und Gewässer; Wirtschaft, Industrie, Infrastruktur und Verkehr; Flora und Fauna), genaustens besprochen.

Kurz vor Mitternacht ging es endlich los: 7000 Kilometer in 14 Tagen natürlich mit dem Bus,aber einige auch zu Fuß. Durch Schweden über den Polarkreis nach Norwegen, über kleinste Inseln -den Lofoten- zum Nordkap und schließlich nach Finnland über Dänemark zurück ins vertraute Deutschland.

Die entspanntesten Stunden während dieser Zeit erlebten wir bei den Stadtführungen in Göteborg, Helsinki, Stockholm und Kopenhagen. Denn während der ersten Tage wurde uns sehr früh klar, was forschen wirklich bedeutet! Mit ganzem Körpereinsatz nahmen wir Wasserproben von den entlegensten Fjorden, führten Autozählungen durch, interviewten wildfremde Menschen und mikroskopierten kleinste Tierchen. Wir hatten allerhand zu tun, da wir jeden Morgen aufs neue unsere Forschungsergebnisse in einer ausgearbeiteten P-P-Präsentation vortragen mussten. Dabei konnte ich, auch was die Rhetorik anging, einiges mitnehmen.

Doch am meisten werden mir wohl die unbeschreiblichen Landschaften in Erinnerung bleiben: Tiefblaue Seen, schneebedeckte Gebirgsketten, wilde Blumen und natürlich Rentiere und Elche! Ein paar mal musste unser Bus eine Vollbremsung hinlegen, weil diese scheuen Tiere die Straße überquerten.

Doch der Tag an Europas nördlichstem Punkt übertraf alles. Ich hatte es tatsächlich geschafft, ich war am Nordkap angekommen. Ein Moment, den ich niemals vergessen werde und indem ich so glücklich war, mich auf diese unvergessliche Reise eingelassen zu haben.